Freitag, 30. März 2012

Gedanken machen...

Wenn ich mal so darüber nachdenke, was in den letzten Monaten passiert ist, dann bekomme ich eine richtige Wut.

Da sterben Kinder in den Pflegefamilien, es sterben Kinder bei den Leiblichen Eltern, Kinder verwahlosen und werden Misshandelt und Missbraucht.

Dann sind da Mitarbeiter vom Jugendamt, die ihre Hände in Unschuld waschen und sagen, dass es zuviel Arbeit gibt, zu wenig Personal und überhaupt.

Dann denke ich mal an meine Bekannte, die mir erzählt, das da ein Kind im Haus wohnt, das laufend geschlagen wird, ständig nicht in die Schule geht, weil es voller blauer Flecken ist, laufend hunger hat und total dünn ist, die Mutter ständig zugedröhnt und der Vater so betrunken, dass er eigentlich schon Ohnmächtig sein müßte. Seit 6 Monaten schlägt beim Jugendamt Alarm. Aber keiner kümmert sich darum.

Dann die Geschichte der Eltern in meinem Vorherigen Post:
Ein wenig Unordnung, mal mehr mal weniger Wäsche, die gefaltet werden muss, ein Vater, der Arbeiten geht und jeden Tag sein Geld hart verdient. Die Mutter, die alles für ihre Kinder tut, was sie brauchen, Kinder, die regelmässig in die Schule und in den Kindergarten gehen.
Die Mutter, die aufgrund von Schwangerschaft, und absetzten der Medis kurzfristig etwas ausser Gefecht gesetzt ist und vielleicht auch überfordert ist, weil das Jugendamt und die Familienhilfe (SPFH) sie von einem Termin zum nächsten regelrecht hetzt, so dass sie überhaupt keine Zeit mehr für den Haushalt hat.

So nun kann man raten, wer sein/seine Kind/Kinder seit 2 1/2 Jahren in der Obhut des Jugendamtes besuchen darf?
Die Mutter, die es nicht geschafft hat ihren Haushalt so zu organisieren, dass es aussieht wie in einem Katalog.
Das arme Mädchen, das geschlagen wird, liegt immer noch jeden Abend weinend in seinem Bett und will endlich ohne Hunger und Schmerzen schlafen.

Es gibt Paragraphen, die Regeln, was das Jugendamt, die Pflegefamilie, die Eltern usw. zu tun haben.
Leider hält sich nicht jeder an diese Paragraphen. Da spreche ich nicht nur das Amt an, genauso aber die Eltern, die ihre Pflichten auch nicht immer erfüllen.

Das Jugendamt hat sofort einzugreifen, wenn das Wohl eines Kindes Gefährdet ist. Das ist ja in dem Fall des Kleinen Mädchens gegeben, das immer hunger hat und immer schmerzen, weil der Vater und die Mutter ihre Wut an ihr auslassen.
Aber war das eingreifen auch bei der Mutter gegeben, die Chaos in der Wohnung hatte, welches mit ein paar Stunden aufräumen erledigt gewesen wäre? Die Kinder waren Chaos gewohnt und waren alle drei gesund, hatten genug zu essen und waren sauber.

Der Bürgermeister von Berlin-Neukölln hat in einem Interview bei Günter Jauch am 26.02.12 (Hilfeschreie, die niemand hört – wer versagt beim Kinderschutz? leider kann ich den Link für die Sendung bei der ARD nicht finden) gesagt (nicht Wortwörtlich): Man solle ihm einen Richter zeigen, der Verfügt, das Kinder aus einer Chaos Wohnung herausgenommen werden, wo es vielleicht auch nach Pipi riecht, wenn genug zu essen im Kühlschrank ist und die Kinder regelmässig in die Schule gehen.
Tut mir leid Herr Bürgermeister, ich zeige ihnen einen, der es sogar ohne driftige Beweise getan hat, weil der Mitarbeiter des Jugendamtes nur gesehen hat, das vor dem Haus ein paar alte Möbelteile standen, die für den Sperrmüll vorgesehen waren und das ein Kleines 4 jähriges Mädchen nackt war, weil es Duschen sollte.

Das Jugendamt bezog sich auf Paragraph 8a(http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbviii/8a.html) , der es dem Mitarbeiter des Jugendamtes gestattet, sofort einzugreifen, wenn er eine Gefahr für das Kind sieht, weil sonst der Mitarbeiter haftet, wenn dem Kind etwas passiert.

Leider passiert dies zu oft unbegründet und zu wenig in begründeten Fällen.

Das Gericht, dessen Namen ich nicht nenne, ebenso wie das Jugendamt, ist ein Kleines Provinzgericht, wo man, zumindest gehen viele Betroffene davon aus, nach der Verhandlung noch einen Kaffe zusammen trinkt, wo man auf Du und Du mit dem Richter und den Jugendamtsmitarbeitern ist.
Da ist es doch nur anzunehmen, dass der Richter, der dann eh ein paar Tage später in eine anderes Gericht versetzt wird, so entscheidet, wie es das Amt gerne hätte.

Aber wann redet man von einer Kindeswohlgefährdung?
- Dann wenn der Mitarbeiter der festen überzeugung ist, das es 10   Stufen sind, bis man auf der stark befahrenen Hauptstrasse steht, die in wirklichkeit eine Sackgasse ist (was mit Bildern bei Gericht bezeugt wurde)?
- Das es gefährdung für eine 4 jährige ist, wenn sie mit einem Pulli bei 18 Grad Aussentemperatur nach draussen geht oder noch schlimmer nackt durch die Wohnung läuft, weil die Dusche läuft und die Tür zum Bad direkt an der Haustür liegt?
- Das es absolut unangemessen ist, wenn in einem Kinderzimmer Spielzeug in allen Ecken verteilt ist.
- Das es unzumutbar ist, wenn die dreckige Wäsche im Bad gesammelt wird, die Pfansflaschen in der Küche neben dem Schrank in einer Ikea-Tasche und das Papier und Kartons im Flur in einer Ecke?
- Das es nicht tragbar ist, wenn die Mutter mit den Kindern jeden Tag auf den Spielplatz geht, obwohl die Hausaufgaben noch nicht fertig sind, das Kind aber eine Pause braucht und dan mit den fertigen in die Schule geht.
- Ist es ok, bei der Pflegefamilie zu sagen: Oh wie toll das der Junge jedes Wochenende schön den Weg fegt, während bei den Eltern gesagt wird, das die Eltern zu faul sind und ihre Kinder arbeiten lassen, weil sie keine Lust dazu haben. Ebenso mit Hilfe beim aufräumen, Spülmaschine ausräumen, Staubsaugen und Kinderzimmer aufräumen. Bei der Pflegefamilei heisst die: Anleitung zur Selbstständigkeit, bei den Eltern Kinderarbeit, weil die Eltern nicht daztu in der Lage sind.
- Ist es eine Gefährdung für das Kind, wenn die Mutter an leichten Depressionen leidet, dafür Medikamente bekommt, zum Psychologen geht und dafür sorfgt, das die Kinder in die Schule gehen, Essen auf dem Tisch haben und saubere Sachen?

Ich denke, mann kann das ganze Internet mit solchen Fragen und Dingen vollschreiben, es würde sich nichts ändern.
Jeder hat eine auffassung von Kindeswohl, Kindeswohlgefährdung, aufräumen, Sauberkeit und Lebenseinstellung.

Bei der einen Familie ist es wichtig, das man viel miteinander verbringt, der Vater geht Arbeiten, die Mutter ist zu Hause, der anderen Familie ist es wichtig, das beide Elternteile Arbeiten und das Kind solange wie möglich in der Schule, dem Hort oder der Kita untergeracht ist (das ist für mich der Graus, denn ich möchte Kinder haben,m um Zeit mit ihnen zu verbringen und nicht um sie den ganzen Tag von a nach b zu schicken).

Aber die Gefährdung, die das arme Mädchen mit ihren Drogen- und Alkoholkranken Eltern erlebt, ist in meinen Augen eine Gefährdung, die sofort und ohne Wenn und Aber beseitigt werden muss, damit das arme Kind endlich wieder Lachen kann.
Aber, wenn ich daran denke, dass Junkies und Alkoholabhängige ihre Kinder nach erfolgtem Entzug, meist also nach 3-6 Monaten wieder bekommen, frage ich mich, warum die Familie mit dem Chaos ihre Kinder noch nicht wieder hat.
Seit fast 8 Monaten warten sie auf einen Termin bei Gericht, um ihre Kinder wiederzubekommen, und erfahren dann, das in diesem Gericht seit Monaten nicht wirklich ein Richter zuständig ist. Und wenn ein Richter zuständig wäre, würde es 6-8 Wochen dauern, bis es einen Termin gibt, dann noch 6 Monate bis ein psychologisches Gutachten erstellt wird, wenn der Richter es anordnet, und dann noch mal bis zu 6 Wochen, wenn das Gutachten fertig ist und eine Entscheidung gefällt wird.
Ruft aber das Jugendamt an, dauert es keine 30 min. und der Beschluss ist ans Amt gefaxt und die Polizei informiert und weiter 2 Stunden später evtl. eine ganze Familie zerstört oder evtl., wenn es denn dann mal ein akuter Fall ist, ein Leben gerettet, was gerne öfter passieren kann.
Aber die Heime sind voll und müssen erweitert werden, während teilweise, zumindest bei uns in der Gegend, die Familienhilfsvereine kaum noch Arbeit haben und viele die Stellen wechseln.
Dabei kann man viel mit der richtigen Familienhilfe erreichen oder mit reden und zuhören.
Manchen fehlt einfach nur ein wenig Struktur und Anleitung. Aber rausnehmen ist einfacher.
Dabei kostet eine Familienhilfe mit 25 im Monat 1200-1500€ pro Familie, während eine Unterbriungung im Heim oder der Pflegefamilie 4000€ kostet und das Pro Kind.
Ausserdem halten sich die Gerüchte, das ein Mitarbeiter vom Jugend eine Prämie von 3000-4000€ pro Kind bekommt, wenn er es schafft, erfolgreich Kinder Unterzubringen.


Hier noch ein paar Links, die sehr interressant sind:

 http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbviii/8a.html

http://www.moses-online.de/artikel/pflegekind-herkunftsfamilie

http://www.karin-jaeckel.de/aktuelles/aktuelles24.html

http://www.karin-jaeckel.de/aktuelles/Prof_Dr_Wolfgang_Klenner_JuA_Interv_Karin.pdf









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